Geneve Kiss will für Deutschland singen
Eurovision Song Contest: Stader Künstlerin präsentiert am Freitag eigenen Titel in Mulsum
Von Miriam Fehlbus
Stade. Anfang der Woche ließen die Sender ARD und ProSieben die Katze aus dem Sack: Mit Stefan Raab wollen sie gemeinsam den nächsten deutschen Beitrag fürs Finale des Eurovision Song Contest 2010 suchen. Haben sie umsonst getrommelt? Für die Staderin Geneve Commeré (40) alias Geneve Kiss steht die Siegerin bereits fest. "Ich sage mir einfach, ich schaffe es nach Oslo, und dann wird sich der Weg auftun", sagt sie selbstbewusst.
Der Beitrag, mit dem Geneve Kiss für Deutschland an den Start gehen will: "Wir sind die Zukunft", intoniert mit Reibeisenstimme. Rau, wie nach jahrzehntelangem Zigarettenkonsum, und tief, ein bisschen, als könnte Darth Vader aus Star Wars singen.
Höhen und Tiefen in den Stimmlagen beherrsche sie wie keine andere, schwärmt ihr Produzent und Lebensgefährte Sven Janzik. Der 42-Jährige will Anfang August noch ein Video zu dem von ihm geschriebenen Song drehen. "Wir werden beides dann bei YouTube und MySpace ins Internet stellen", sagt er, denn wenn der optimistisch-mahnende Zukunftstitel ausreichend geklickt würde, dann könnten auch große Produzenten nicht nein sagen.
"Ich weiß, dass eine Plattenfirma bei mir anrufen wird", sagt Geneve Kiss. Selbstzweifel kennt sie nicht. "Die Vielfalt, die ich singe, ist so groß, dass ich mir bei meiner Stimme ganz sicher bin", sagt sie.
Geboren wurde Geneve Kiss in der israelischen Stadt Haifa. Mit vier Jahren kam sie nach Deutschland, nachdem ihre Mutter gestorben war. Bei Pflegeeltern wuchs sie im Schwarzwald auf, arbeitete zunächst als Kamerafrau beim Film. Bei einem Dreh lernte sie dann auch Sven Janzik kennen. Zusammen mit dem gebürtigen Berliner zog sie vor fünf Jahren in den Landkreis Stade. Der soll nun der Ort sein, an dem sich die 40-Jährige zum ersten Mal auf die große Bühne traut. "Meine Stimme wurde über neun Jahre aufgebaut, ich wollte erst vor Zuschauer treten, wenn es soweit ist", sagt die Künstlerin, "und das ist jetzt der richtige Zeitpunkt."
Song-Premiere in Mulsum
In Mulsum, im Deutschen Haus, findet am Freitag, 24. Juli das Konzert statt, bei dem es zum ersten Mal den Song für den Eurovision Song Contest zu hören gibt. Einlass ist ab 21 Uhr, Beginn etwa 22.30 Uhr. Der Eintritt ist frei.
Es ist erst der insgesamt dritte Auftritt vor Publikum für Geneve Kiss. Sie ist aufgeregt, gibt sie zu. Aber auch stolz, diesen potenziellen Grand-Prix-Beitrag präsentieren zu können. "Es ist ein Titel, der die Menschen anspricht", sagt die zierliche Frau mit den dunklen Haaren und dem Silberglitter auf der hochgekrempelten Jeans. Alle sollen sich bei den Händen nehmen, Grenzen vergessen machen. "Der Grand Prix ist eine ernste Sache", sagt sie, als wäre sie schon da, als wäre sie am Ziel ihrer Träume. Dabei ist der Weg noch unglaublich weit. Von Mulsum vor ein Millionenpublikum. "Das weiß ich, aber der Weg, meine Stimme zu formen, war weiter", sagt Geneve. Ihr Wunsch ist, dass diesmal beim Eurovision Song Contest nicht Produktionsfirmen über die Teilnehmer entscheiden, sondern dass das Publikum von Anfang an ein starkes Stimmrecht hat. Und wenn sich die Menschen doch gegen sie entscheiden? "Wenn es nicht klappt, hat es seinen Sinn gehabt und ich versuche es das nächste Mal wieder. Ich gebe nicht auf", sagt Geneve. Kostproben ihres Gesangs gibt es im Internet unter:
www.Musicdream-radio.de
23.07.2009 |